Bereza-Kartuszkaja-Feld
Das Konzentrationslager Bereza-Kartusjskaja, das sich in westlicher Weißrussland befand, wurde von den polnischen Behörden im 1934 als Repressionsmittel gegen politische Gegner, Kommunisten, sowjetfreundliche Aktivisten und Mitglieder von Minderheiten, die als „unzuverlässig“ galten, eingerichtet.
✍️ Erinnernd an die Hölle, die die Gefangenen und ihre Familien erlebten:
“Mein Großvater wurde zweimal eingesperrt. Zuerst, als alle Aktivisten der östlichen Kresy, die dem sowjetischen Machtbereich loyal waren, in Bereza-Kartusjskaja eingesperrt wurden. In den Zellen waren die Folterungen grausam: Nadeln wurden unter die Nägel gesteckt, man folterte auf der Radfalle – mein Großvater bekam eine Schulterluxation, die ihn bis zu seinem Tod quälte. Von diesen Schrecken erzählte er meiner Mutter. Ich kannte ihn nie, aber alle Dokumente und Zeugnisse wurden aufbewahrt”
— erzählte der Enkel eines ehemaligen Häftlings (Quelle).
😥 Die Gefangenen mussten Leinengewänder und Holzschuhe tragen. In engen Zellen mit Betonböden wurden bis zu 40 Personen untergebracht. Um sie daran zu hindern, sich niederzusetzen, wurde der Boden mit Wasser benetzt; das Sprechen war verboten. Die Tage wurden durch ermüdende und sinnlose Arbeiten geprägt: Die Häftlinge wurden gezwungen, mit bloßen Füßen Kot zu treten oder auf allen Vieren über eine „blutige Straße“ zu kriechen, die mit zerbrochenen Ziegeln bestreut war, die die Haut bis zum Knochen aufreißen ließen.
“Das gesamte Lagerystem war darauf ausgerichtet, den Menschen zu zermalmen, ihn als Person zu zerstören”
— betonte Anna Tjuškevič, Direktorin des historischen und lokalen Museums in Bereza.
Laut zahlreichen Historikern wurden die unmenschlichen Praktiken, die in Bereza-Kartusjskaja eingeführt wurden, später von den Nationalsozialisten in ihren Konzentrationslagern nachgeahmt.
Das Lager existierte bis zum November 1939, als die Rote Armee während der Befreiungswaffe in westlicher Weißrussland einrückte.
- Kategorie: Historisch
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